Kohlenhydrate: Tabelle für Backwaren | Brot & Gebäck

Kohlenhydrate: Tabelle für BackwarenEine Kohlenhydrate-Tabelle für Backwaren zeigt, wie unterschiedlich Brot, Brötchen, Croissants und Kuchen zusammengesetzt sind. Getreidemehl liefert vor allem Stärke, während bei süßem Gebäck Zucker aus dem Teig, aus Früchten, Füllungen oder Glasuren hinzukommt. Der Geschmack allein verrät deshalb wenig über die gesamte Kohlenhydratmenge: Auch ein kaum süß schmeckendes Brötchen enthält reichlich davon. Für einen aussagekräftigen Vergleich sind die Werte pro 100 g und das tatsächliche Portionsgewicht entscheidend.

Die folgenden Tabellen enthalten 26 Backwaren mit recherchierten Angaben zu Kohlenhydraten, Zucker und Ballaststoffen. Alle Werte beziehen sich auf fertig zubereitete, verzehrfertige Produkte ohne zusätzlichen Belag oder Aufstrich; die ausdrücklich genannten Füllungen sind Bestandteil der jeweiligen Backware. Toastbrot ist ungetoastet gemeint. Damit werden weder Rohteige mit fertigem Gebäck noch kleine Einzelstücke mit großen Kuchenportionen gleichgesetzt. Ergänzende Rechenbeispiele zeigen, wie aus dem Tabellenwert eine Portionsangabe wird.

Warum Backwaren unterschiedliche Werte haben

Mehl und Getreide
Mehlmenge und Ausmahlungsgrad prägen den Stärke- und Ballaststoffgehalt.
Füllung und Belag
Früchte, Konfitüre, Creme und Glasur verändern die Zusammensetzung.
Wasser und Fett
Beide beeinflussen, wie viel Kohlenhydrate in 100 g Backware stecken.

Kohlenhydrate in Backwaren: Tabellen pro 100 g

Als Datenbasis dient der Bundeslebensmittelschlüssel 4.0 des Max Rubner-Instituts. Angegeben sind die dort erfassten verfügbaren Kohlenhydrate, ergänzt um Gesamtzucker und Ballaststoffe. Zucker ist bereits in der Kohlenhydratmenge enthalten und wird nicht hinzuaddiert. Ballaststoffe stehen separat. Die Zahlen sind Durchschnitts- beziehungsweise Referenzwerte der jeweiligen Lebensmittelkategorie, keine Messwerte einer bestimmten Bäckerei. Für ein konkretes Markenprodukt ist eine vorhandene Herstellerangabe zur betreffenden Rezeptur die passendere Grundlage.

Brot, Brötchen und herzhafte Backwaren

Backware, verzehrfertig Kohlenhydrate
g pro 100 g
Davon Zucker
g pro 100 g
Ballaststoffe
g pro 100 g
Weizenbrot / Weißbrot 50,5 4,0 4,0
Weizentoastbrot / Buttertoast, ungetoastet 46,8 3,7 3,9
Roggenmischbrot 42,0 1,3 6,1
Roggenvollkornbrot 32,5 4,6 9,6
Weizenvollkornbrot 31,9 1,0 6,8
Pumpernickel 31,1 1,5 9,4
Weizenbaguette 50,0 1,5 3,7
Weizenfladenbrot 47,0 0,3 3,3
Weizenbrötchen 54,0 3,1 3,6
Dinkelbrötchen 49,0 1,5 7,6
Vollkornbrötchen 48,0 1,5 10,7
Laugengebäck mit Hagelsalz 50,0 1,4 3,7
Roggenvollkornknäckebrot 59,3 1,9 19,9
Eiweißbrot / Proteinbrot 11,0 3,9 6,5

Nährwerte sind Durchschnittswerte und können je nach Hersteller, Rezeptur, Wassergehalt und Zubereitung abweichen. Datenbasis: BLS 4.0; eigene Rundung auf eine Nachkommastelle.

Die Unterschiede innerhalb dieser Gruppe sind deutlich: Roggenvollkornbrot enthält im verwendeten Datensatz 32,5 g Kohlenhydrate pro 100 g, Weizenbrötchen 54,0 g. Knäckebrot erreicht wegen seines geringen Wassergehalts einen hohen Wert je 100 g, wird aber meist in leichteren Einzelportionen gegessen. Eiweißbrot enthält deutlich weniger Kohlenhydrate, kann dafür mehr Fett liefern. Ein niedriger Kohlenhydratwert allein beschreibt daher weder den Kaloriengehalt noch die gesamte ernährungsphysiologische Qualität.

Süßes Gebäck, Kuchen, Kekse und Zwieback

Backware, verzehrfertig Kohlenhydrate
g pro 100 g
Davon Zucker
g pro 100 g
Ballaststoffe
g pro 100 g
Croissant, ungefüllt 44,0 7,2 2,6
Apfeltasche aus Blätterteig 26,8 8,3 2,9
Berliner / Krapfen, frittiert, mit Konfitüre 44,0 15,6 2,4
Franzbrötchen aus Plunderteig 57,0 34,1 1,7
Milchbrötchen aus Hefeteig 48,0 10,8 3,0
Rosinenbrötchen aus Hefeteig 53,8 13,7 3,7
Marmorkuchen aus Rührmasse 46,6 19,8 2,9
Käsekuchen / Quarkkuchen mit Mürbeteig 28,9 17,5 0,7
Apfelkuchen aus Rührmasse 27,8 14,6 2,1
Buttergebäck aus Mürbeteig 57,0 21,7 2,6
Cookies mit Schokoladenstückchen 64,0 37,8 3,0
Butterzwieback 68,0 8,4 5,2

Nährwerte sind Durchschnittswerte und können je nach Hersteller, Rezeptur, Wassergehalt und Zubereitung abweichen. Datenbasis: BLS 4.0; eigene Rundung auf eine Nachkommastelle.

Bei süßen Backwaren prägt die Rezeptur den Vergleich besonders stark. Ein Käsekuchen mit Mürbeteig enthält andere Mengen an Mehl, Zucker, Fett und Wasser als Marmorkuchen oder Cookies. Auch zwei Apfeltaschen können sich durch Teigdicke, Füllungsanteil und Glasur erheblich unterscheiden. Aus dem geringeren Kohlenhydratwert einer gefüllten Backware lässt sich deshalb keine allgemeine Empfehlung ableiten. Die Tabelle dient zur Orientierung; für genaue Berechnungen sollte das tatsächlich verzehrte Produkt möglichst eindeutig bestimmt sein.

Stärke, Zucker und Ballaststoffe richtig unterscheiden

In Brot und einfachen Brötchen stammt ein großer Teil der Kohlenhydrate aus Stärke. Sie besteht aus miteinander verbundenen Zuckerbausteinen und wird während der Verdauung abgebaut. Die Angabe „davon Zucker“ erfasst dagegen die enthaltenen Einfach- und Zweifachzucker. Dazu gehören sowohl zugesetzter Haushaltszucker als auch beispielsweise Fruchtzucker aus Rosinen und Milchzucker aus Milchzutaten. Der ausgewiesene Gesamtzucker erlaubt deshalb keine direkte Aussage darüber, wie viel Zucker bei der Herstellung zusätzlich zugegeben wurde.

Ballaststoffe werden in der Nährwertkennzeichnung getrennt ausgewiesen. Sie dürfen von den hier angegebenen verfügbaren Kohlenhydraten nicht nochmals abgezogen werden. Bei Spezialgebäck mit Zuckeraustauschstoffen lohnt sich außerdem ein genauer Blick auf die Deklaration: Nach der EU-Lebensmittelinformationsverordnung zählen mehrwertige Alkohole zu den Kohlenhydraten, aber nicht zur Angabe „davon Zucker“. Solche Rezepturen lassen sich mit gewöhnlichen Backwaren nur vergleichen, wenn dieselben Bezugsgrößen und Begriffe verwendet werden.

Vollkorn liefert mehr als eine andere Kohlenhydratmenge

Vollkornprodukte enthalten die Randschichten und den Keim des Getreidekorns und liefern dadurch zusätzliche Ballaststoffe sowie Vitamine und Mineralstoffe. Die DGE empfiehlt bei Getreideprodukten die Vollkornvariante. Ein Vollkornbrot enthält weiterhin Kohlenhydrate; seine Vorteile lassen sich nicht auf deren Menge reduzieren. Auch die Bezeichnung Dinkel beschreibt zunächst die Getreideart und sagt für sich genommen nichts über den Vollkornanteil aus. Für die Auswahl sind Produktbezeichnung, Zutatenliste und Nährwertangaben gemeinsam hilfreich.

Eine dunkle Farbe oder sichtbare Saaten reichen als Erkennungsmerkmal nicht aus. Umgekehrt kann Vollkornbrot relativ hell aussehen. In einem dpa-Beitrag von 2024 erklärte die Ökotrophologin Astrid Donalies von der DGE: Wenn es aus fein vermahlenem Vollkornmehl hergestellt ist, sieht es relativ hell aus. Das zeigt, weshalb der optische Eindruck die Information über die verwendeten Getreidezutaten nicht ersetzen kann.

Kohlenhydrate je Scheibe, Brötchen oder Stück berechnen

Für die Portionsberechnung gilt: Kohlenhydrate pro 100 g × Portionsgewicht in g ÷ 100. Mit den gerundeten Tabellenwerten ergeben 50 g Roggenvollkornbrot rechnerisch 16,3 g Kohlenhydrate. Ein Weizenbrötchen mit angenommenen 60 g liefert 32,4 g, ein ungefülltes Croissant mit 70 g ergibt 30,8 g. Diese Gewichte sind Rechenbeispiele und keine festgelegten Stückgrößen. Handwerkliche Backwaren, Tiefkühlprodukte und abgepackte Varianten können deutlich unterschiedliche Gewichte haben.

Gerade bei leichtem, trockenem Gebäck verändert die Portionsgröße die Einordnung: Eine 10-g-Portion Roggenvollkornknäckebrot liefert anhand der Tabelle berechnet 5,9 g Kohlenhydrate. Der hohe Wert pro 100 g bedeutet daher nicht automatisch eine große Menge pro Scheibe. Bei belegtem Brot müssen die Zutaten des Belags zusätzlich berücksichtigt werden. Marmelade, Honig oder süße Aufstriche erhöhen die Kohlenhydratmenge entsprechend ihrer eigenen Nährwertangaben und der tatsächlich verwendeten Menge.

Backwaren im Alltag sinnvoll vergleichen

Eine Kohlenhydrate-Tabelle für Backwaren wird besonders nützlich, wenn der Vergleich zur konkreten Mahlzeit passt. Für ein Frühstück sind Scheibengewicht, Belag und Sättigung relevant; bei Kuchen stehen Rezeptur und Stückgröße im Vordergrund. Kohlenhydrate sind eine Energiequelle und kein ausreichendes Einzelkriterium für die Bewertung eines Lebensmittels. Für eine alltagstaugliche Auswahl helfen diese Schritte:

  • Zum Produktvergleich zunächst dieselbe Bezugsmenge von 100 g verwenden.
  • Anschließend das tatsächliche Gewicht der verzehrten Portion berücksichtigen.
  • Bei Brot Vollkornanteil und Ballaststoffe zusätzlich zur Kohlenhydratmenge prüfen.
  • Füllungen, Glasuren, Aufstriche und weitere Beläge in die Berechnung einbeziehen.

Auch selbst gebackene Produkte lassen sich näherungsweise berechnen: Dafür werden die Kohlenhydratmengen sämtlicher Zutaten addiert und auf das fertige Gesamtgewicht verteilt. Beim Backen verdunstet Wasser, sodass das Rohteiggewicht nicht als Gewicht des fertigen Gebäcks eingesetzt werden sollte. Wird nur ein Teil des Kuchens gegessen, zählt dessen Anteil am fertigen Produkt. Gleichmäßig verteilte Zutaten erleichtern die Rechnung; ungleichmäßige Füllungen und Beläge begrenzen ihre Genauigkeit.

Häufige Fragen zu Kohlenhydraten in Backwaren

Diese Antworten helfen bei der Anwendung der Tabellenwerte.

Welche Backwaren enthalten vergleichsweise wenige Kohlenhydrate?

Im verwendeten BLS-Datensatz enthält Eiweißbrot 11,0 g Kohlenhydrate pro 100 g und damit deutlich weniger als die aufgeführten klassischen Brote. Die Werte konkreter Produkte können abweichen; Fettgehalt und Kalorien sollten zusätzlich betrachtet werden.

Muss Zucker zu den Kohlenhydraten hinzugezählt werden?

Nein. Die Angabe „davon Zucker“ beschreibt einen Teil der Kohlenhydrate. Wer beide Werte addiert, zählt den enthaltenen Zucker doppelt.

Wie viele Kohlenhydrate hat eine Laugenbrezel?

Der verwendete Tabellenwert für Laugengebäck mit Hagelsalz beträgt 50,0 g pro 100 g. Eine angenommene 80-g-Brezel enthält damit berechnet 40,0 g Kohlenhydrate. Entscheidend sind das tatsächliche Gewicht und die jeweilige Rezeptur.

Ist Vollkornbrot automatisch kohlenhydratarm?

Nein. Auch Vollkornbrot liefert durch das Getreide eine relevante Kohlenhydratmenge. Sein ernährungsphysiologischer Wert hängt unter anderem mit Ballaststoffen und weiteren Inhaltsstoffen des ganzen Korns zusammen.

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Stand der Informationen: Oktober 2026